Persönliches

Ein Erlebnis besonderer Art

Irgendwann antwortete ich auf die Annonce eines weiblichen Amateurmodells, mit dem ich aber wegen des Antretens meines anderthalbjährigen Wehrdienstes keinen weiteren Kontakt pflegte. Wieder in die Zivilisation entlassen, arbeitete ich als Elektriker in Bad Freienwalde und wohnte dort noch kurze Zeit bei meinen Eltern.

So kam es, dass eines Tages morgens um 6 Uhr eine Gruppe diensteifriger Kriminalbeamter mit einem Hausdurchsuchungsbefehl vor der Wohnungstür stand, und mich fragte, ob ich jene Frau, nämlich die zur Annonce gehörende, kennen würde. Mehr als ihren Namen und dass sie als Modell arbeitet, wusste ich bis dahin nicht über sie.

Doch meine Unwissenheit half mir wenig. Kurz darauf begann man mit vereinten Kräften jeden Zentimeter auf das Genaueste umzukrempeln. Die Begründung? Besagtes Amateurmodell soll pornografische Fotos angefertigt haben. Bei einer in deren Wohnung vorangegangenen Hausdurchsuchung hatten die Beamten meine Anschrift vorgefunden. Allein das genügte, um in mehr als fünf Stunden die elterliche Behausung zu verwüsten, jeden Brief zu lesen, jedes Negativ anzusehen und alle meine bis dahin angefertigten und wahrlich keuschen Aktfotos auf Nimmerwiedersehen einzuziehen.

Bevor die Hausdurchsuchung seinen Lauf nahm, musste ich zur peinlichen Krönung der "Veranstaltung" zwei Nachbarn aus dem Schlaf holen und als Zeugen an den Ort des Geschehens bringen.